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Wetter: Gerhard Schulz/Streit mit Kachelmann

Gerhard Schulz

Donnerwetter um den Wetterbauern - Streit mit Jörg Kachelmann
(ein RTL-Bericht aus 2007)

Der Wetterbauer Gerhard Schulz blickt auf eine lange meteorologisch bewegte Vergangenheit zurück. Seine Bauernregeln haben ihn über die Grenzen Niedersachsens hinaus berühmt gemacht.
Jetzt ziehen dunkle Wolken über sein friedliches Vorhersagegebiet. Sie kommen aus Südwesten, aus den abgelegenen Schweizer Bergen. Und diese eidgenössische Gewitterfront bezeichnete ihn, den Wetterbauern, in diversen Zeitungen als Scharlatan.

"Ich soll ein Wetterbetrüger sein? Hat denn der Kachelmann noch alle Messinstrumente im Kasten", fragt sich Gerhard Schulz. Von seinen Prognosen ist nicht nur der Landrat sehr angetan, auch der Verhaltensforscher Prof. Grzimek. Mit Altbundespräsidenten Walter Scheel steht er in regem meteorologischem Briefwechsel. Und sogar in der Hauptstadt auf allerhöchster klimatologischer Ebene hat er treue akademische Anhänger, so wie Prof. Malberg von der Freien Universität. Er hält Gerhard Schulz für einen ausgezeichneten Wetterbeobachter.

Und was hat TV-Wetterfrosch Jörg Kachelmann: Keine Lust mehr, sich zu diesem Thema zu äußern. Denn, so sein persönliches Donnerwetter, wissenschaftlichen Untersuchungen kann solche Wetter-Folklore nicht standhalten. In Deutschland gibt es 173 hauptamtliche Wetterstationen. Allein der Deutsche Wetterdienst beschäftigt 2600 Mitarbeiter. Gerhard Schulze dagegen ist so was wie eine altertümliche "Ich-AG" und als Messinstrument hat der gelernte Gärtner seinen Klee.

Gerhard Luchs vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach bezeichnet das Wetter als ein chaotisches System. Und das sei schwer mit Bauernregeln in den Griff zu kriegen. Klee, Schnecken und alte Barometer, wie will Gerhard Schulz da mit hochmodernen Wettercomputern konkurrieren?Und doch. Bei der Expo 2000 trat er gegen sie an und sagte immer das Wetter für den nächsten Tag vor raus. Prof. Horst Malberg in Berlin hält ihn jedenfalls nicht für einen Scharlatanen. Und wenn seine Vorhersagen mal nicht stimmen, wie bei jeder Regel gäbe es eben auch Ausnahmen. Vor allem entstammen die Bauernregeln fundierten Wetterbeobachtungen, sodass es an ihnen nichts auszusetzen gibt, so der Fachmann.

Die Landwirte der Umgebung versorgt er kostenlos mit seinen Vorhersagen. Und weil sie nach eigenen Angaben zu mindestens 75 Prozent stimmen, wurde er so bekannt. Die bekannteste Bauernregel ist wohl der Siebenschläfer. Zwei Sommer stimmt sie und einen Sommer nicht - diese Trefferquote hat RTL Wetterexperte Christian Häckel festgestellt.
Der Kachelmann soll doch ruhig auf seine Computer-Technik schwören, ich habe eben weiter meine Instinkte und sonst nüscht, sagt Gerhard Schulz. Bevor der Naturbursche seinem zweiten Hobby, dem Motorradfahren, nachgeht, gibt er uns noch mit auf den Weg, dass der Kachelmann ihm ruhig mal einen Entschuldigungsbrief schreiben könnte. Dann würde sich auch sein Magen endlich wieder beruhigen und die Unwetterfront vorbeiziehen.

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