Wussten Sie schon, dass früher gar mancher Wietze als seinen Wohn- bzw. Geburtsort angab und nicht ahnte, dass er ein waschechter Hornbosteler war? (mehr)

Dr. Martin Salesch

Kurzporträt

Geboren am 28. März 1965 in Hamburg, Studium der Archäologie und Germanistik (Schwerpunkt: Mittelalter) an der Universität Hamburg, Stadtarchäologe in Elsterwerda (Brandenburg), wissenschaftlicher Referent am LWL-Landesmuseum für Archäologie, Weiterbildungsstudium Museumsmanagement an der Fern-Universität Hagen, stellv. Projektleiter der 2. Thüringer Landesausstellung 2004 in Sondershausen, seit 2005 Direktor des Deutschen Erdöl- und Erdgasmuseums Wietze, Geschäftsführer des Museumsverbundes im Landkreis Celle, Vorsitzender der Vereinigung Europäischer Erdölmuseen.

 

Direktor Martin Salesch verlässt Wietzer Erdölmuseum
Simon Ziegler, CZ vom 27.10.2014   

Im Wietzer Erdölmuseum, nach dem Bomann-Museum das größte in der Region Celle, steht ein Wechsel an der Spitze des Hauses an. Der langjährige Museumsdirektor Martin Salesch wird das Haus verlassen. Er geht ins Kloster.

WIETZE. Das Wietzer Erdölmuseum muss sich einen neuen Direktor suchen. Nach fast zehn Jahren kehrt Martin Salesch Wietze den Rücken. Er räumt auch den Posten als Geschäftsführer des Celler Museumsverbundes, dem Zusammenschluss der hiesigen Kulturhäuser.

Salesch wird nach Neuzelle in Brandenburg gehen, sagte er auf CZ-Anfrage. Dort zieht es ihn buchstäblich ins Kloster. Denn der 49-Jährige wird sich als Kulturdirektor in der gotisch-barocken Klosteranlage Neuzelle um das dortige Klostermuseum kümmern. „Ich mache dort das, was ich hier auch schon gemacht habe. Ich betreue Dauer- und Sonderausstellungen", sagte er. Auch die Vermarktung der historischen Klosteranlage mit Kirchen und Garten fällt in seinen Zuständigkeitsbereich. Das Kloster liegt südlich von Eisenhüttenstadt in der Nähe von Frankfurt/Oder.

Salesch kam im Jahr 2005 nach Wietze. Höhepunkt seiner Zeit im Erdölmuseum war das Jubiläumsjahr 2009, als in zahlreichen Veranstaltungen an die erste erfolgreiche Ölbohrung durch Konrad Hunäus 150 Jahre zuvor erinnert wurde. Damals wurde in Wietze auch der Platz der Hunäus-Bohrung neugestaltet. Salesch sind jedoch auch andere Inhalte wichtig. Die Erweiterung des Museums vom reinen Öl- zum kombinierten Erdöl- und Erdgasmuseum wurde umgesetzt. Außerdem sei es gelungen, „den Sammlungsbestand fast zu verdoppeln". Gegen den Trend weise das Wietzer Museum „eine leichte Steigung der Besuchszahlen aus", betont Salesch.

Als Grund für seinen Weggang führt er aus, dass er als Kulturhistoriker mit den Schwerpunkten Mittelalter und Frühe Neuzeit zu seinen Wurzeln zurückkehre. Denn das ist sein wissenschaftlicher Schwerpunkt, nicht die Erdöl- und Erdgaserforschung.

Als Geschäftsführer des Celler Museumsverbundes wurde unter seiner Leitung unter anderem die Ausstellung "Des Kaisers neue Kleider" konzipiert, die in Winsen und Bergen gezeigt wurde. Außerdem startete der Verbund das bundesweite Pilotprojekt "Museen gehen zur Schule", das zum Beispiel in Bremen Nachahmer fand.

Zum 1. Januar 2015 wird nun ein Nachfolger gesucht. Der Job wird neu ausgeschrieben. Es soll erneut eine kombinierte Stelle – Direktor in Wietze und Geschäftsführer des Museumsverbundes im Landkreis Celle – werden, heißt es.

Wussten Sie schon, dass früher gar mancher Wietze als seinen Wohn- bzw. Geburtsort angab und nicht ahnte, dass er ein waschechter Hornbosteler war? (mehr)