Wussten Sie schon, wann die Gemeinden im Raum Wietze zusammenlegt wurden?

Gerhard Schulz (Wetterbauer)

"Wetterbauer" Gerhard Schulz

(vorgestellt von Birgit Niski-Otto)

Alle Wetter!
Mit Bauernregeln gegen High-Tech-Wissenschaft

In Wietze gibt es eine Topadresse in Sachen Wetteraussichten: Gerhard Schulz liefert seit Jahrzehnten treffsichere Prognosen, die sogar renommierte Wissenschaftler beeindrucken. Und das ganz ohne Computer oder Laubfrosch mit Leiter. Der deutsche Blätterwald und verschiedene TV-Sender zogen ihn zu Rate und machten ihn als „Wetterbauern” berühmt.

„Horch, der Regenvogel singt"... Gemeint war der morgendliche Gesang der Schwarzdrossel, der erfahrungsgemäß Regen ankündigte. Dieser und ähnliche Aussprüche seines Vaters, eines bekannten Gartenarchitekten, prägten Gerhard Schulz von Kindheit an und bildeten sein ganz besonderes Verhältnis zur Natur aus. So begann der heute 82jährige Anfang der vierziger Jahre eine Gärtnerlehre in Berlin und erlangte dort weitere Kenntnisse über die Vorboten des Wetters. Tag für Tag sammelt er seither Wetterdaten und vergleicht diese mit traditionellen Bauernregeln. Irgendwann begann er seine eigenen Wetterregeln in Gedichtform aufzuschreiben.
Seine wichtigsten Hilfsmittel sind: Augen, Hände und Nase.
Wie verhalten sich die Vögel oder Schnecken?
Erscheint morgens ein Ring um die Sonne?
Aus welcher Richtung weht der Wind?
Morgens streicht er mit der Hand über den Rasen: „Ist kein Tau auf dem Gras, so wird's noch heut' vom Regen nass", weiß Naturfreund Gerhard Schulz.

Doch wie wurde die Öffentlichkeit auf den Hobby-Meteorologen aufmerksam?
Bereits Anfang der sechziger Jahre begegnete ihm zufällig auf der „Grünen Woche” in Berlin ein Reporter der BILD-Zeitung. Man sprach übers Wetter und Gerhard Schulz gab eine Prognose ab, die den Zeitungsmann überraschte, sich jedoch, wie sich kurze Zeit später herausstellte, als richtig erwies. Daraufhin wandte man sich öfter an den frisch gekürten „Wetterbauern”, der noch bis Ende der siebziger Jahre in Berlin als selbständiger Landschaftsgärtner tätig war.

Danach verschlug es den Vater von sechs Kindern in den Celler Raum und häufiger bimmelten Presse, Radio und TV an, um den erzählfreudigen Wettermann zu befragen. So plauderte er bereits im NDR mit Bettina Tietjen auf dem roten Sofa oder war zu Gast bei Wim Thoelke. Nach einem Cebit-Auftritt – hier trat er gegen die millionenschwere Technologie des deutschen Wetterdienstes an und gewann mit seiner Vorhersage – meldeten sich Wissenschaftler von der Technischen Universität Berlin und luden ihn zu Vorträgen ein.

Doch nicht nur die Erforschung des Wetters liegt dem aktiven Pensionär am Herzen. Seine große Sorge gilt der zunehmenden Umweltzerstörung. Gerhard Schulz nimmt kein Blatt vor den Mund, mischt sich ein und prangert Missstände an. So schickte er selbstverfasste Gedichte an Helmut Kohl, stand in Briefwechsel mit Walter Scheel und Prof. Bernhard Grzimek Seine „Gedanken zur Umwelt” hat er in einem Buch verewigt. Ein kritisches Werk, das „viele Dinge beim Namen nennt und wem die Jacke nicht passt, der braucht sie nicht anzuziehen".
Wie schrieb ihm Tierforscher Bernhard Grzimek vor gut 20 Jahren quasi von Tierfreund zu Tierfreund: „Hätten wir nur mehr Menschen mit dem gleichen Mut und der gleichen Tatkraft wie Sie!”

Wetterregeln vom Wetterbauern
mehr vom Wetterbauern

Sieg gegen Wetterdienst
Richtige Sommerprognose von Wietzer Gerhard Schulz
WIETZE, 26.08.2008 (ef)

Er hat Recht behalten und seine nach eigenen Angaben „90-prozentige Treffersicherheit” erneut unter Beweis gestellt: Wetterbauer Gerhard Schulz aus Wietze hatte prognostiziert, dass es keinen Super-Sommer geben würde.
Knapp eine Woche vor Beginn des meteorologischen Herbstanfangs lässt sich an dieser Vorhersage nichts mehr ändern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte dagegen in seiner Langzeitprognose einen extrem heißen Sommer in Aussicht gestellt.

Wussten Sie schon, dass die Storchenwiederansiedlung in Jeversen gelungen ist?