Wietze hat Energie und hier zu leben, ist goldrichtig!

August Höfener

Kurzporträt

August Höfener war ein Steinförder Gemeindevorsteher, der am 8. März 1918 in Ausübung seines Amtes ermordet wurde.

Detlef Dörries, Jürgen Cramme und Jürgen Raecke, Schüler des Hölty-Gymnasiums in Celle, beteiligten sich an einem Schüler-Wettbewerb für den Gustav-Heinemann-Preis, der alljährlich vergeben wird. Sie sind dabei dem Thema "Wie wirkte sich die Revolution von 1918/19 auf Wietze und Umgebung aus?" nachgegangen und spürten dabei auch Fakten zum Mord an Gemeindevorsteher Höfener auf:

In Wietze waren die Arbeiter- und-Soldatenräte besonders stark vertreten. Wie den Familienchroniken alteingesessener Bürger zu entnehmen ist, missbrauchten sie ihre Macht, indem sie einen unbeschreiblichen Terror ausübten. Hausdurchsuchungen, bei denen alleinstehende Frauen nicht vor der Brutalität der Terroristen verschont blieben, waren an der Tagesordnung. Sehr oft wurden unsere Bürger einfach von ihren Arbeitsplätzen geholt, um diesen Machtbesessenen gezwungenermaßen Zutritt in ihre Häuser zu gewähren. Gesucht wurden Lebensmittel aller Art. Bar jeglichen Schutzes und den Gewalttätigkeiten der Arbeiter- und Soldatenräte gnadenlos ausgeliefert, ließ sich das Volk in seiner Verzweiflung schließlich selber zu kriminellen Handlungen hinreißen. Die Zeit der Wilddiebereien und der Feld- und Ladendiebstähle begann. Den Bauern wurden die Saatkartoffeln von den Äckern gestohlen.

In Wietze riss die Kette der Hausdurchsuchungen nicht ab. Eine von ihnen sollte ein dramatisches Ende finden. Eine Delegation unter dem damaligen Gemeindevorsteher Höfener war in das Haus einer polnischen Arbeiter-Familie eingedrungen. Als außer Goldgeld auch erschossenes Wild gefunden wurde, griff der Hauseigentümer Johann Chmiel zur Pistole und streckte Höfener mit mehreren Schüssen nieder. Er war sofort tot. Der Mörder rettete sich mit einem Sprung durch das Fenster ins Freie und tauchte in den Wietzer Waldungen unter.

Der Täter wurde aber schon bald darauf auf der großen Allerbrücke in Celle gefasst, zum Tode verurteilt und in Lüneburg hingerichtet. Der Name des auf so tragische Weise ums Leben Gekommene lebt weiter in der Straßenbezeichnung "August-Höfener-Straße". Sie verbindet eine Neusiedlung mit der Steinförder Straße.

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